© Darkwulf
Der Geruch aus dem Maul dieser Kreatur schnürte sein Hals zu und die matschig, glasigen Augen befanden sich auf ungleicher Höhe. Die krummen Reißzähne bohrten sich schmerzend in seine rechte Schulter und Blut quoll sprudelnd aus der verursachten Wunde. Falk, Efferdia und Rotrazzil lagen geschunden auf den Treppenstufen und rührten sich nicht mehr. Er sah ihre Körper dort liegen und konnte nichts tun um ihnen zu helfen.
Wieso hatte er damals im ewigen Eis dieses Amulett finden müssen ? fragte sich Hogan. Warum hatte Rotrazzil ihm nicht alles erzählt ? Diese Fragen würden wohl für immer ungeklärt bleiben, so dachte er sich. Molitor war inzwischen auch zu Boden gerissen worden und die Wesen schnappten nach seiner Kehle.
Dann hörte Hogan ein leises Klirren das von oben kam. Als Reobald Hogan an seinem zerfetztem Arm vorbei in die Richtung sah, erblickte er auf einer der Treppenstufen einen grellweiß leuchtenden Kristall, dessen Licht immer mehr an Stärke zunahm. Plötzlich schienen die Wesen inne zu halten und anfingen sich zu krümmen. Nach kürzester Zeit stürzten sie und vergingen in schwarzen Rauchsäulen.
Molitor nahm soeben war, dass ihn seine Gegner nur leicht verletzt hatten und das ihm etwas aus einem seiner Beutel gefallen war. Es war sein Lichtkristall gewesen, den er immer bei sich trug. Er hatte ihn als er erwachsen geworden war von seinem menschlichen Leihvater bekommen. Angeblich handelte es sich bei dem Stein um ein Relikt aus seiner Vergangenheit, das sein leiblicher Vater einst gefunden hatte. Fassungslos hielt er in nun zwischen seinen Klauen und musste seine Augen bei dem blendenden Licht zusammenkneifen.
Vorsichtig steckte er ihn in einen Beutel und beobachtete einen nackten Mann, der die Treppe hinaufeilte und vor ihm anhielt. ,, Wer seid ihr ?´´ ,, Kapitän Reobald Hogan .´´ antwortete Hogan schnaufend. Dann fiel Molitors Blick auf Efferdia und Falk. Schnell untersuchte er die beiden konnte aber kein Lebenszeichen wahrnehmen. Entsetzt tat er einen Schritt zurück. Schwach atmend lag Rotrazzil bäuchlings da und man konnte nur ein leises atmen hören.
,, Wir haben dich gesucht ! ´´ brach es aus Reobald heraus. Molitor nickte bedächtig und seine feuchten Augen sahen in die Hogans. ,, Wieso haben sie mich nicht aufgegeben ? ´´ erkundigte sich Molitor mit zitternder Stimme. ,, Niemals geben wir einen der unseren auf !´´ erwiderte Reobald Hogan feststellend. Verwirrt sah er den Menschen an. Molitors Stimme wurde brüchig und er konnte nun auch nicht mehr seine zischenden Laute unterdrücken. ,, Dann ... hätte eszz niemalsz diz Opfer gegeben ! ´´ schrie er Hogan an. ,, Ich konnte sie ... nicht retten.´´ antwortete Reobald.
Knurrend zog Molitor Szichtor sich die Kapuze seines Umhanges über den Kopf und schritt, seinen Stab fest umklammert nach oben. ,, Bitte wartet !´´ der Achaz hielt inne. ,, Wie habt ihr es hierher geschafft ?´´ ,, Meinem Schüler gelang es mich auf den rechten Pfad durch die Traumwelt, die eng mit meiner Vergangenheit verbunden ist zu führen.´´ ,, Nun aber muss ich ihn befreien bevor es zu spät ist, nachdem es mir gelang mich wieder mit meinem Körper zu vereinen und mich dem Bann der Schatten zu entziehen.´´,, Warum weiss ich nicht.´´
,, Vie ... Vielleicht kann ich euch darauf eine Antwort geben Molitor.´´ antwortete Rotrazzil ächzend. Molitor und Reobald sahen verblüfft, wie sich der Körper des rotgeschuppten Achaz erhob. Aber Rotrazzil antwortete nicht sondern fing an Zeichen in die Luft zu schreiben, worauf nach kurzer Zeit vor Arsachaz eine Kanope erschien, aus der Lichtfäden nach außen schlugen. Dann drangen diese in die Körper von Falk und Efferdia und durchfluteten sie mit neuem Leben.
Schier überwältigt blieben Molitor und Hogan wie angewurzelt stehen. Stöhnend windeten sich Rodiak und Efferdia, bis sie schließlich begannen sich torkelt zu erheben. ,, Ich bin ein etwa 3000 Jahre alter Echsischer Hohenpriester, der für einen in den Augen meines damaligen Stammes einen unverzeihlichen Frevel an den Hranga beging.´´ sprudelte es aus Rotrazzil Arsachazz heraus, als sich die Gruppe auf den Stufen nach oben bewegte. ,, Welchen ? ´´ hakte Efferdia nach.
Nach einem kurzen Zögern erklärte Rotrazzil: ,, Ich habe den Göttern ein Menschenopfer vorenthalten und wurde dafür umgebracht.´´ ,, Reobald Hogan hat auf einer seiner Expeditionen in das ewige Eis ein Artefakt gefunden, welches in der Lage ist zwei Körper miteinander zu verschmelzen.´´ ,, Bei diesem Vorgang wird auch eine geistige Verschmelzung unumgänglich !´´ Die Gruppe erreichte eine kleine Plattform von der aus es weiter nach oben ging. Inzwischen schien die Luft viel dünner geworden zu sein.
Hogans Augen weiteten sich. ,, Auf einer weiteren Reise wurde Hogan von einem giftigem Blasrohrpfeil getroffen, welcher ihm beinahe das Leben ausgehaucht hätte.´´ ,, Dann fand er aber einen Teil meines Herzens, welches mir die Priester damals entrissen, als sie meine zerschnittenen Überreste in den Dschungel warfen.´´ ,, Das Amulett verschmolz die Hälfte meines Herzens mit dem Kapitän Reobald Hogans und rette ihm und mir das Leben.´´
Dann fragte Falk schließlich: ,, Wie ?´´ ,, Meine Seele war in meinem Herzen noch vorhanden und konnte mit diesem Organ Jahrhunderte überstehen, da es mir gelang im Augenblick meines Todes meine gesamte Charmale Energie in diesem Organ zu bündeln und zu versiegeln !´´ Nun hatten sie eine große Plattform erreicht, die die Bergspitze umgab. Auf dieser Plattform stand ein riesiger Altar, der über und über mit goldenen Schriftzeichen übersäht war.
Auf diesem Altar sahen sie nun eine Gestalt liegen, die sie nach wenigen Sekunden als Lurthenor Rodiak erkannten. ,, Lurthenor !´´ schrien Falk und Efferdia beinahe gleichzeitig. Sie wollten zu ihm eilen, wurden jedoch von Rotrazzil zurückgehalten. ,, Die Aura des Todes umgibt ihn noch immer.´´ flüsterte der Rotgeschuppte. ,, Hogan kann ihm helfen, weil ich noch zu schwach bin !´´ verdutzt sah ihn Reobald an und schlug seine Hände über dem Kopf zusammen.
,, Was kann ich tun ? ´´ brüllte Reobald. ,, Du musst die Kraft in dir entfesseln !´´ beriet Rotrazzil Kapitän Hogan.,, Wie soll ich das tun ?´´ ,, Höre in dich hinein und konzentriere dich auf die Energie, die dich durchströmt !´´ In diesem Moment hatte Hogan verstanden. Er hatte es vor ein paar Jahren tief in seinem Inneren bemerkt. Da war diese Wärme, diese Energie, die er als ein kribbelndes und auch leicht bedrückendes Gefühl wahrgenommen hatte. Jetzt konzentrierte er sich auf diese Gefühl um es erneut zu empfinden.